mit diversen Spielverpflichtungen

Mittlerweile waren so viele Jugendliche ausgebildet, dass wir 1976 beim Karne­val in Dürwiß mit einem separaten Jugendkorps auftreten konnten. Zu dieser Zeit war die Zukunft des Karnevals in Neu-Lohn noch ungewiß, und deshalb wurde 1977 nicht zuletzt auf Betreiben des Spielmannszuges die "IG Karneval Kirchspiel Lohn" gegründet. Im Jahre 1977 betrat man völliges Neuland, als im Jugendheim in Neu-Lohn unsere erste (und bisher einzige) Schallplatte aufgenommen wurde. Mit sehr geringem technischen Aufwand konnte ein gelungenes Werk unseren "Fans" präsentiert werden. Als Meilenstein in der Entwicklung darf die Übernahme der musikalischen Leitung des Spielmannszuges im Jahre 1979 durch unseren heutigen Korpsfüh­rer Thomas Graff (damals im Alter von 15 Jahren!!) angesehen werden.

Vom 02. bis 04.08.1980 wurde das 55jährige Bestehen gefeiert. Als Schirmherr sollte ursprünglich wieder Bürgermeister Fritz Koch fungieren. Da er jedoch erkrankt war, übernahm dessen Stellvertreter Erich Berschkeit diese Aufgabe.

Die Generalversammlung im Jahr 1981 brachte einen Wechsel in der Vereins­führung. Wie bereits länger angekündigt, trat der 1. Vorsitzende Peter Dickmeis von seinem Amt zurück. Ralf Weiße, zu diesem Zeitpunkt erst ein Jahr im Ver­ein, hatte sich bereit erklärt, dieses nicht einfache Erbe zu übernehmen. Das Ausscheiden unseres Korpsführers Heinz Naeven II im gleichen Jahr kam dagegen etwas überraschender, jedoch fand sich mit Christian Gilleßen schnell ein geeigneter Nachfolger. Beide konnten jedoch aus beruflichen Gründen ihre Funktionen nur kurz aus­üben. Thomas Graff übernahm 1983 das Amt von Christian Gilleßen, so dass musikalische Leitung und Korpsführung erstmalig in einer Hand lagen. Matthias Sevenich wurde im Jahre 1984 zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Damit wurde eine neue Ära begonnen, denn der nun installierte erste Vorstand mit 1. Vorsitzenden Matthias Sevenich, 1. Geschäftsführer Karl-Heinz Schnorr, 1. Kassierer Josef Dickmeis und Corpsführer Thomas Graff sollte für lange Zeit die Geschicke des Vereins maßgeblich bestimmen.

Verschiedene Verpflichtungen wurden intensiviert bzw. neue hinzugefügt. Im folgenden einige Beispiele:

 

Schützenfest in Lohn

Das Schützenfest der Pfarre Lohn war im Jahre 1926 die erste Spielverpflich­tung unseres Spiel­mannszuges (s.o.). Seit Be­ginn der gemeinsamen Geschichte ist die Verbindung zwischen dem Spielmannszug „Grün-Weiß“ Lohn und den Schützen unserer Pfarrgemeinde, der heutigen St. Sebastianus - St. Josef Schüt­zen­bruderschaft e.V. 1627 der Pfarre Lohn, sehr eng.

Das Schützenfest findet jedes Jahr um den Dreifaltigkeitssonntag (erster Sonntag nach Pfingsten) statt. Schützenkönig und Schützenprinz werden wenige Wochen vorher, zumeist am 1. Mai, beim Vogelschuß ermittelt, und viele aktive Spielleute konnten die Prinzen- und/oder Königswürde erlangen.

1979 wurde erstmals ein Musikstück eigens für die Majestät aus unseren Reihen - es war unser damaliger Vor­sitzender Peter Dickmeis - als Ständchen zu seinen Ehren einstudiert.

Die deutlich sichtbare Freude von Peter Dickmeis über unser musikalisches Geschenk hat uns er­mutigt, diese Aktion zu wiederholen. Wegen der Kürze der zwischen Vogelschuß und Schützenfest zur Verfügung stehenden Zeit (zumeist nur 3 bis 5 Wochen) war dies allerdings jedesmal mit gro­ßem Probenaufwand verbunden. Trotzdem ist daraus eine Tradition geworden. In einigen Jahren haben wir sogar zwei neue Musikstücke erlernt, als wieder einmal sowohl König als auch Prinz Aktive unseres Korps waren.

Schützenfeste in Straß und Aldenhoven

Straß

Der Kontakt zur Ortschaft Straß in der Gemeinde Hürtgenwald entstand wäh­rend der Heimbachwallfahrten der Pfarre Lohn, an der regelmäßig eine größere Anzahl von Spielleuten teilnimmt. Der Pfarrgemeinderat der Pfarre Gey bewir­tete die Pilger in den 80er Jahren im Schulgebäude in Straß. Dort wurde von den Straßer Schützen die Bitte an uns herangetragen, beim Straßer Schützenfest aufzutreten. Im Jahre 1987 waren wir erstmals an zwei Tagen für die St. Dona­tus Schützenbruderschaft aktiv.

Aldenhoven

In früheren Zeiten fanden die Schützenfeste in Lohn und Aldenhoven zum glei­chen Termin, nämlich eine Woche nach Pfingsten, statt. Seitdem die Schützen­bruderschaft Aldenhoven ihren Festtermin um eine Woche verschoben hat, besuchen die Schützenbruderschaften sich gegenseitig. Erstmals begleitete der Spielmannszug Lohn im Jahre 1977 die Lohner Schützenbruderschaft zum sonntäglichen Festzug nach Aldenhoven. Für die Jahre 1981 und 1984 sowie ab 1986 wurden wir von den St. Sebastianus Schüt­zen Aldenhoven verpflichtet.

 

 

Schützenfest Neuss

Daß diese Verpflichtung dann zustande kam, war wie so vieles im Leben purer Zufall. Unser Eh­renmitglied Hubert Lenzen hatte seinem in Neuss lebenden Sohn Uli eine unserer Schallplatten, die wir im Jahre 1977 aufgenommen hat­ten, geschenkt. Uli Lenzen war zu dieser Zeit Spieß im Jäger­zug „Jägerhorn“. Der Jägerzug und der damalige Jägermajor Heinz-Peter Jansen hörten die Schall­platte, und so wurde der Neusser Bürger-Schützen-Verein auf uns aufmerksam. Im Jahre 1981 war es dann soweit. Wir wurden erstmalig für das Neusser Bürgerschüt­zenfest ver­pflichtet.

Zuerst standen wir der Sache, trotz grundsätzlicher Bereitschaft, skeptisch, wenn nicht sogar ablehnend gegenüber, da wir in jenem Jahr schon sehr viele Spielverpflichtun­gen hatten. Aber unser damaliger Korpsführer Heinz Naeven hatte die Anfrage des Neusser Bürger-Schützen-Vereins bereits positiv beschie­den, so daß wir zu unserem Glück gezwungen wurden. Zugeteilt wurden wir innerhalb des Neusser Schützenregiments dem Jägerkorps, für das wir auch bis heute spielen. Der erste Tag unserer Ver­pflichtung war der Königsehrenabend, zwei Wochen vor dem ei­gentlichen Schützenfest. Wir reisten nach Neuss, ohne zu wissen, was uns erwarten würde. Von der Stadthalle zogen die Schützen in einem statt­lichen Festzug durch die Stadt zum Haus des Königs. Dort erwartete uns die erste Über­raschung. Am Königshaus wurde eine Parade abgehalten, worauf wir nicht vorbereitet waren. Da aber alles schnell gehen mußte, legten wir einfach los, und es klappte hervorragend. Am Schützen­festsamstag spielten wir nicht in Neuss, da unser Aktiver Ralf Weiße an diesem Tag Hochzeit fei­erte. So sollten wir dann am Sonntagmorgen um 9.00 Uhr per Bus nach Neuss starten. Wir warteten schon eine geraume Zeit, aber der bestellte Bus kam nicht. Bei telefonischer Nachfrage beim Bus­unternehmen hörten wir dann, daß wir erst für 9.00 Uhr abends eingeplant wa­ren. Unverzüglich rauschte der Bus dann doch an, lud einen Haufen Nerven­bündel ein, und so kamen wir noch gerade pünktlich in Neuss an. Dieses erste Neusser Schützenfest war für uns wie ein Traum. Hier erlebten wir eine Stadt voller Musik, Blumen- und Farbenpracht, wie wir es in dieser Fülle und Qualität bei einem Schützenfest noch nie gesehen bzw. gehört hatten. Nach dem Aufzug zur Parade staunten wir erstmals über den Aufmarsch der Blumen­hörner­träger, der „Hönesse“, dann folgten die Parade, die über zwei Stunden dauerte, und der Festzug am Nachmittag mit Zuschauermassen, die unsere Vor­stellungskraft überstiegen. Der Ablauf am Montag und am Dienstag war fast gleich, nur daß am Dienstagabend ein Zug durch die Straßen zog, gegen den ein Rosenmontagszug eine ruhige, geord­nete Angelegen­heit ist. Am Ende dieses „Wackelzuges“ wurde auf dem Markt nochmals eine za­ckige Parade zu Ehren des neuen Schützenkönigs abgehalten.

Das erste komplette Neusser Schützenfest, einschließlich Samstag, erlebten wir im Jahre 1982. Ge­mäß Dienstanweisung mußten wir um 17.00 Uhr auf dem Markt zur Reveille antreten. Im Festpro­gramm war vermerkt: „Umzug der Tambourkorps unter den Klängen des ‘Freut Euch des Lebens’.“ Für uns be­deutete Reveille, daß man wie gewohnt beim Wecken im Dreivierteltakt durch die Stra­ßen marschiert und unter anderem „Freut Euch des Lebens“ spielt. Als es dann losging, sahen wir uns alle entgeistert an: Die Reveille bestand in Neuss allein aus dem Lied „Freut Euch des Lebens“ und wurde im normalen 114er Tempo gespielt. Wir fanden uns aber dann schnell zurecht und machten unsere Sache recht ordentlich. Vor dem abendlichen Fackelzug hatten wir gemeinsam mit der uns zugeteilten Musikkapelle an der Wohnanlage „Obertor“ zum Platzkonzert anzutreten. Hier fanden wir eine lustige Gesellschaft vor, die schon kräftig feierte und uns zum Mitmachen einlud. Die Hausherrin feierte ihren Geburtstag und trug an diesem Tag ein Kleid, das einem Tigerfell nachempfunden war. Wir nannten sie auf­grund dessen sofort - aber nur im internen Kreis - „Tiger-Lilly“. Der korrekte Name war Roswitha Ernst. Die sich danach entwickelnde gute  Beziehung hatte 15 Jahre Bestand, was sich in Gegenbesuchen zu unserer Kirmes oder zu unse­ren Sommerfesten zeigte. Leider verstarb „Lilly“ im Jahre 1997 kurz nach dem Neusser Schützenfest recht plötzlich. Sie wurde von uns zur letzten Ruhe ge­leitet. Wir verloren in ihr eine wirkliche Freundin und Gön­nerin.

In Neuss bilden im Normalfall ein Spielmannszug und eine Blaskapelle einen Musikblock. Ein Mu­sikblock bleibt üblicherweise über viele Jahre zusammen, woraus sich gute Beziehungen und Freundschaften entwickeln können. So spielten wir im Laufe unserer Verpflichtung in Neuss in den ersten Jahren mit der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Wuppertal zusammen.

Unvergessen für uns alle ist der Kapellmeister Franz Zimmermann („Zimmermän“), den schein­bar nichts und niemand aus der Ruhe bringen konnte. Sein Stan­dardspruch war: Wir erleben noch das Wunder von Neuss!

Nachdem die Wuppertaler Feuerwehrkapelle wegen Überalterung nicht mehr in der Lage war, die Spielverpflichtung in Neuss wahrzunehmen, wurde uns die Gerresheimer Blaska­pelle Düsseldorf zugeteilt. Ganz fremd waren uns die Mu­siker nicht, da einige von ihnen schon über Jahre hinweg die Wuppertaler Ka­pelle unterstützt hatten. Das Zusammenspielen mit der Gerres­heimer Blaska­pelle klappte in all den Jahren ebenfalls sehr gut, und wir erleb­ten manche nette Stunde mit Kapellmeister Heinz Neith und seiner Truppe. Heinz Neith war der Mann, den man auch in der größten Finsternis an seiner rot-blau-violetten Nase ohne Probleme erkennen konnte. Seine Frage vor jedem Aufmarsch an uns, obwohl er das Neu­sser Schützenfest erheblich länger kannte als wir: „Kommt jetzt die Parade?“

Ein erneuter Wechsel in der Musikzuteilung erfolgte 1996. Seit diesem Jahr spielen wir mit dem Bundeschützenmusikkorps Kleinenbroich zusammen. Es macht großen Spaß, mit diesem hervorra­genden Klangkörper durch Neuss zu marschieren.

Die Verbindung zu den uns zugeteilten Musikkapellen war stets gut und hat beiden Seiten - auch durch den Austausch von Musikstücken - im Lauf der Zeit viel Freude bereitet. So haben wir viele Märsche aus Neuss in unserer Region eingeführt und bekanntgemacht - und umge­kehrt ebenfalls.

Aber auch zu den Schützen selbst entwickelten sich gute Beziehungen. So fragten uns seit unserem Auftreten in Neuss im Jahre 1981 regelmäßig die vor uns marschierenden Jägerzüge häufig nach unserer Adresse, um uns für das in Neuss übliche Wecken am Sonntagmorgen zu verpflichten. Wir hielten das anfänglich für eine nicht ernstgemeinte Anfrage. Aber durch den Jägerzug „Jonges vom Schlachhoff“ wurden wir eines Besseren belehrt. Während des Schützenfestes 1984 marschierten sie vor uns, erhielten unsere Adresse, wir zum Jahresende von ihnen den entsprechenden Vertrag, und seit 1985 unter­halten wir zu diesem Zug äußerst freundschaftli­che Kontakte, die durch gegen­seitige Besuche zu den verschiedensten Anlässen im Laufe der Zeit ausgebaut und gefestigt wurden.

Zusammenfassend sollte man noch erwähnen, daß diese Spielverpflichtung durch Zugwege von rund 60 km Länge und durch teilweise stundenlange War­tezeiten recht strapaziös ist. Auch erfordert es großen organisatorischen Auf­wand, den Verein an den Schützenfesttagen möglichst komplett zu präsentieren.

 

Maifest

Maigesellschaft Koslar- Engelsdorf

Die Beziehung nach Koslar begann im Jahre 1972. Der Ablauf der Maikirmes begann stets mit dem Aufstellen des Maibaums am Samstagnach­mittag. Sonntags trafen wir uns nach dem Gottesdienst zur Gefallenen­ehrung und zum anschließenden Frühschoppen. Nach einer kurzen Zwischenmahlzeit zu Hause begann dann ca. 14 Uhr der Festzug mit uns an der Spitze. Während wir in den ersten Jahren dann entweder nach Hause fuhren oder die Zeit im Lokal „Zum alten Bäcker“ verbrachten, kam uns dann seit 1982 die Umsiedlung der Lohner Landwirte zugute. Die Familie Heinrich Schmitz, schon in Lohn immer Gastgeber bei verschiedenen Anlässen, setzte die Tradition in ihrem neuen Heim fort, und somit kehrten wir seitdem jedes Jahr mit unseren Familien und einigen Fans auf  ihrem Hofe ein. Hierfür sei der Familie Schmitz an dieser Stelle noch einmal ganz ausdrücklich gedankt.

Abends wurde das Fest fortgesetzt mit dem Abholen des Königspaares. Mon­tagabends traten wir noch einmal zum Abholen des Königspaares an und spiel­ten abschließend ein Ständchen.

Im Herbst des Jahres 1997 mußten wir aufgrund des übervollen Terminkalen­ders leider die schwere Entscheidung treffen, künftig nicht mehr in Koslar auf­zutreten. Dies wurde der Maigesellschaft mitgeteilt, und man einigte sich dar­auf, letztmalig im Jahre 1998 anzutreten.

Im Jahre 2007 wurde die Verbindung neu belebt. Anläßlich des 150jährigen Jubiläums der Maigesellschaft spielten wir im Festzug vor dem Festkommitee, welches sich hauptsächlich aus langjährigen Weggefährten zusammensetzte. Einer weiteren Zusammenarbeit, beschränkt auf einen Tag, stand nichts im Wege. Seit dem Jahre 2010 spielen wir wieder sonntags den Festzug und begleiten am Montag den Maikönig mit seinem Gefolge zur Bürgerhalle.

Maiclub Barmen

Bei einer Versammlung an einem Sonntagmorgen Anfang des Jahres 1961 bat der im Ort tätige Aushilfsgeistliche, Pater Heinrich Spelthahn, um ein Geburts­tagsständchen für seinen 80jährigen Vater in Barmen. Weiterhin erzählte er, daß zum gleichen Zeitpunkt der dortige Maiclub sein 50jähriges Jubiläumsfest feiern werde und daß man zweckmäßigerweise auch am Umzug teilneh­men könne. So wurde der 30. April 1961 für unseren Verein zu einem historischen Datum.

Verliefen die ersten Jahre dort noch wie eine „normale“ Spielver­pflichtung, so stellte sich immer mehr eine außergewöhnliche Beziehung zwi­schen zwei au­genscheinlich unterschiedlichen Vereinen ein. Ausschlaggebend war wohl die Ähnlichkeit Barmens mit dem eigenen Heimatort sowie der gute Zusammenhalt zwischen alt und jung, der in beiden Orten als wichtige Grund­lage für eine kontinuierlich gute Entwicklung der Vereine gepflegt wird.

Der Beziehung kam weiterhin der jeweils hohe Zeitaufwand der jährlichen Ver­pflichtung zugute:

Mittlerweile sind wir bei jedem Maifest in Barmen drei Tage lang fast ununterbrochen im Einsatz, so daß für die Beteiligten hinreichend Gelegenheit gegeben ist, auch persönliche Freundschaften aufzubauen.

Hinzu kommt ein Frühjahrskonzert, das gemeinsam mit der Blaskapelle aus Würm seit 1986 alle zwei Jahre durchgeführt wird. Das Musikkorps Würm spielt mittlerweile seit 1971 beim Maifest, wodurch sich auch zu diesem Verein eine freundschaftliche Verbindung entwickelt hat. Ausdruck hierfür sind einige Gastspiele unsererseits in Würm und Auftritte der „Würmer“ in Lohn.

Zurück zur Beziehung Barmen - Lohn: Eine Vielzahl von Lohner Spielleuten (auch ehemalige) sind inaktive Mitglieder des Maiclubs Barmen, viele Barme­ner sind inaktive Mitglieder des Spielmanns­zugs, einige sind oder waren sogar aktive Spielleute; es gibt also keine Kirmes in Lohn ohne Betei­ligung aus Bar­men. Darüber hinaus haben sich auch einige familiäre Bindungen ergeben.

Im Jahre 2011 blicken wir gleichzeitig zum 100-jährigen Bestehen des Maiclubs auf 50 Jahre unterunterbrochener musikalischer Tätigkeit in Barmen zurück. Eine so lange Bindung  außerhalb des Dorfgeschehens sucht schon seines gleichen.

 

 

 Eschweiler Scharwache 1882

Erstmals wurde das Korps 1966 zur Teilnahme am Eschweiler Rosenmontags­zug engagiert. Diese Spielverpflichtung wiederholte sich in den Folgejahren außer im Jahre 1971, als man im Zuge der Umsiedlung personell so schwach besetzt war, daß die Teilnahme abgesagt werden mußte.

Im Jahre 1979 wandelte sich die Beziehung der beiden Vereine zueinander. Der Spielmannszug, der bis zu diesem Zeitpunkt „unter ferner liefen“ im Schar­wachtroß mitmarschiert  war, rückte ins erste Glied auf und spielte fortan als Regimentsspielmannszug an der Spitze des Scharwachkorps im Ro­senmontags­zug. Von nun an zählten auch der Sonntagstreck und im Lauf  der Jahre der Einmarsch auf der Gala-Damensitzung zu den festen Spielverpflichtungen.

1984 folgte eine weitere Änderung. Den Spielleuten, die bisher in eigenen Kar­nevalskostümen auf­getreten waren (u.a. grün-weiße Uniformen mit Krätzchen, Mexikaner, Tiroler und Bäcker), wurden blau-gelbe Uniformjacken und Mützen angepaßt.

Im gleichen Jahr nahmen wir am 1. Bundestreffen historischer Traditionsgarden in Trier teil. Nach dem morgendlichen Biwak auf dem Viehmarktplatz fand die große Truppenparade durch die Trierer Altstadt mit Vorbeimarsch am damali­gen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Dr. Bernhard Vogel, und weite­ren Ehrengästen statt.

Die freundschaftlichen Verbindungen beider Vereine wurden in den Folgejah­ren immer enger, was sich durch gegenseitige Einladungen zu jeweiligen Som­merfesten, Geburtstagsfeiern und ähnlichen Veranstaltungen dokumentiert. 1989 wurde gemeinsam mit der Regimentskapelle (damals Kapelle Contzen) zur Verabschiedung von Präsident Dr. Franz Jansen erstmals der eigens zu­sammenge­stellte karnevalistische Zapfenstreich der Eschweiler Scharwache aufgeführt.

Nachdem der Spielmannszug schon einige Jahre Aufmärsche der Scharwache bei befreundeten Karnevalsgesellschaften begleitet hatte, wurden in den Jahren 1996/97 die jeweiligen Melodien­folgen des Tanzpaar- und Gardetanzes einstu­diert, um so unabhängig von Sitzungskapelle bzw. Tonträger zu sein.

Eine weitere Neuerung startete im Frühjahr des Jahres 1999. Unter der Regie von Ballettmeister Peter Schnitzler wurde ein neuer Gardetanz mit aktiver „tänzerischer“ Beteiligung des Spielmannszuges kreiert.

Im Jahre 2001 trat der Spielmannszug erstmalig in neuer friederi­zianischer Uniform einschließlich Tschako auf und bildet bis heute ein einheitliches Bild mit der „Aktivitas“.

 

Der Spielmannszug zum 125-jährigen Jubiläum der Scharwache im Jahre 2007
Knieend v.l.n.r.: Andreas Sevenich, Karl-Heinz Schnorr, Christoph Schmitz, René Freialdenhoven, Wolfgang Frank, Florian Esser, Lars Rentemeister, Matthias Sewelies, Martin Frank, Martin Graff, Sascha Heinen. Stehend v.l.n.r.: Josf Dickmeis, Thomas Graff, Oliver Vahsen, André Lentzen, Michael Dickmeis, Gereon Graff, Ralf Naeven, Fabian Esser, Willi Freialdenhoven, Marc Dolfen, Günter Esser, Matthias Schmitz, Thomas Kaufmann, Stefan Schnorr. Oberste Reihe v.l.n.r.: Heiko Wolff, Thorsten Sommer, Frank Offergeld, Helmut Kloss, Thomas Wintz, Siegfried Süßenbach, Reinhold Kaldenbach, Ralf Tings, Oliver Galka, Philipp Gatzen

 

Zurück zur Chronik:

Im Rahmen der Herbstkirmes wurde vom 30.08. bis 02.09.1985 das 60jährige Bestehen gefeiert. Den Kommersabend mit abschließendem Zapfenstreich am Freitag gestalteten der Spielmannszug Bergrath und das Rheinbraunorchester. Schirmherr war der damalige Stadtdirektor Claus-Dieter Härchen. Im Verlauf des Abends traten zum ersten Mal die neuformierten „Alten Kameraden“ auf.

Als im Jahre 1985 Peter Dickmeis das Ende seiner offiziellen Laufbahn als aktiver Spielmann ankündigte, wurde über ein geeignetes Abschiedsgeschenk nachgedacht. Im Vorstand war man sich einig, dass, ohne die Leistung anderer schmälern zu wollen, hier eine Besonderheit angebracht war. Deshalb wurde mit Hilfe einiger Politiker eine öffentliche Anerkennung angestrebt, die am 07. 07. 1986 zur Verleihung der "Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" führte.

Wiederum im Rahmen der Herbstkirmes wurde vom 31.08. bis 03.09.1990 das  65jährige Bestehen gefeiert. Der Betriebs­direktor des Tagebaus Zukunft/Inden Jürgen Schultze, der immer ein offenes Ohr für uns hatte und der nicht nur in Lohn, sondern auch bei Auf­tritten in an­deren Ortschaften (z.B. beim Schützenfest in Aldenhoven) stets ein treuer Fan des Loh­ner Spielmannszuges war, stand dem Fest als Schirmherr vor.

 

Aufnahme zum Jubiläum 1990
1. Reihe v.l.n.r.: Markus Schumacher, Thomas Müller, Gregor Graff, Thorsten Sommer, Dieter Gilleßen, Oliver Vahsen, Hans-Willi Kaldenbach, Herbert Gilleßen, Josef Dickmeis; 2. Reihe v.l.n.r.: Helmut Kloss, Michael Thelen, Dirk Joussen, Günter Esser, Manfred Gilleßen, Wilfried Plum, Siegfried Süßenbach, Willi Freialdenhoven, Reinhold Kaldenbach, Matthias Sevenich, Karl-Heinz Schnorr, Matthias Schmitz, Bernhard Weinberg, Ralf Weiße; 3. Reihe v.l.n.r.: Thomas Graff, Frank Muckenheim, Markus Fidler, Mario Vahsen, Ralf Naeven, Erich Hellenbrandt, Christian Gilleßen, Olaf Sommer, Peter-Heinz Schiffer, Juri Neulen, Norbert Dickmeis, Thomas Süßenbach, Andre´ Lentzen

Das Jubiläum 1995 vom 1. bis 4. September be­gann mit einem inoffiziellen Teil am Freitagabend in den Räumlichkeiten der Familie Schnorr. Zu diesem Anlaß waren alle Aktiven mit Frauen eingeladen. Unser Schirmherr, der Ehrenkommandant der Eschweiler Scharwache Dieter Sawall, überreichte allen Spielleuten mit treffenden Worten einen Erinnerungs­bembel mit Namenszug, was allgemein Gefallen fand und große Heiterkeit auslö­ste. Die Spielerfrauen und Mütter hatten sich auch eine Überraschung einfallen lassen und schenkten ihren Lieblingen Krawattennadeln mit aufgedrucktem Vereinsemblem.

Die Planungen für das 75jährige Jubiläum im Jahre 2000 wurden frühzeitig begonnen. Es sollte der zwischenzeitige Höhepunkt des Vereinslebens werden.

Es folgte zunächst die Eintragung im Vereinsregister und die Gemeinnützigkeit wurde anerkannt.

Ende 1999 wurden anlässlich der Festschrift Fotos angefertigt mit Vorstand ,Ehrenmitgliedern und Aktiven:

 

 

Der Vorstand: v.l.n.r.: Peter Kaldenbach, Manfred Gilleßen, Josef Dickmeis, Matthias Sevenich, Helmut Kloss, Gregor Graff, Karl-Heinz Schnorr, Thorsten Sommer, Herbert Gilleßen, Steffen Amft, Stefan Schnorr, Thomas Graff, Theo Lövenich

 

Die Ehrenmitglieder: v.l.n.r.: Heinz Naeven, Jakob Krahe, Peter Dickmeis, Fritz Gossen, Peter Kaldenbach, Willi Naeven, Heinz Naeven

 

Die Feierlichkeiten anlässlich unseres 75jährigen Bestehens eröffneten wir am 28. November 1999 mit einem Benefizkonzert in unserer Pfarrkirche. Rund 300 Gäste konnten wir begrüßen,  darunter viele Ehrengäste, Vertreter von Ortsvereinen und weiteren befreundeten Vereinen. Gestaltet wurde das Programm durch das „Orchester der Rheinischen Braunkohlenwerke AG“, den Kirchenchor „St. Georgius“  aus St. Jöris, der Organistin Claudia Strick und unseren Spielleuten. Höhepunkt war die gemeinsame Aufführung des eigens von unserem Korpsführer Thomas Graff arrangierten Stückes „Domine Salvam“ aus der Cäcilienmesse von Charles Gounod. Das Publikum war begeistert. Durch Eintrittsgelder und Spenden konnten wir 4000 DM für den Aufbau einer Caritasstation in Rijeka (Kroatien) an Dr. Milan Spehar, einen Studienkollegen unseres Pfarrers Achim Mertens, überweisen.

Mertens, überweisen.

Das Karnevalskomitee der Stadt Eschweiler feierte am 28. Januar 2000 150 Jahre „Eischwiele Fastelovend“. Hierzu begleiteten wir das Tanzpaar der Eschweiler Scharwache musikalisch beim Mariechentanz und führten gemeinsam mit den Musikern des Rheinbraunorchesters, unter der Leitung von Ralf Contzen, den „karnevalisierten Zapfenstreich“ im Eschweiler Ratssaal auf.

Der Spielmannszug wurde am 4. Februar 2000 beim Amtsgericht Eschweiler unter der Nr. 697 in das Vereinsregister eingetragen. Die vorläufige Anerkennung der Gemeinnützigkeit lag bereits seit dem 12. Januar vor.

„75 Jahre Spielmannszug“ war der Titel unserer Ausstellung am 6. und 7. Mai 2000 in unserem Vereinslokal „Alt-Lohn“. Neben zahlreichen Bildern, Dokumenten, Urkunden und Pokalen wurden alte Uniformen und Instrumente sowie weitere Erinnerungsstücke den Besuchern präsentiert. Im Verlaufe des Samstagabends wurde der Schirmherr unseres Jubiläums – Herr Karl Grollmuß – vorgestellt. Als letzter Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Lohn und Generalfeldmarschall der St.-Sebastianus - St.-Josef - Schützenbruderschaft war er für die Spielleute die geeignete Person für dieses Amt. Desweiteren wurde im Verlauf des Abends die aufwendig recherchierte und interessant gestaltete Festschrift präsentiert. Sowohl die Ausstellung als auch die Festschrift kamen bei den Besuchern gut an.

Vom 26. bis 28. Mai fand die eigentliche Jubiläumsveranstaltung statt. Im Rahmen des Kommersabends am Freitagabend warteten mehrere Überraschungen auf die Aktiven. Zunächst brachten die jugendlichen Spielleute ein für diesen Abend von ihnen selbst arrangiertes und einstudiertes „ABBA-Medley“ dar. Die „Alten-Kameraden“ hatten ebenfalls eine musikalische Überraschung vorbereitet und trugen erstmals das Stück „Kleine Annabelle“ vor. Vom Festausschuss gab es eine neue große Trommel, und unsere Frauen schenkten uns zwei Pauken. Im Rahmen der Ehrungen wurde Peter-Heinz Schiffer zum Ehrenmitglied ernannt.

Am Samstag gab es einen Marsch durch den Ort mit einigen Stopps bei den Jubilaren bevor am Abend eine Tanzveranstaltung mit der Band „Intercity“ im Festzelt startete. Am Sonntagmorgen wurde nach der heiligen Messe der Toten gedacht. Am Nachmittag fand ein Festzug statt, dem ein Bühnenspiel der Spielmannszüge mit anschließender Preisverleihung folgte. Der Abend klang mit musikalischer Begleitung durch das „Bundesschützen-Musikkorps Kleinenbroich“ aus.

Jubiläum 2000

1.Reihe v.l.n.r.: Lars Rentemeister, Rene Freialdenhoven, Gereon Graff, Wilfried Plum, Hans-Willi Kaldenbach, Martin Frank, Matthias Sevenich, Karl-Heinz Schnorr, Oliver Vahsen, Philipp Gatzen, Fabian Esser, Steffen Amft, Matthias Sewelies, Florian Esser, Christoph Schmitz; 2.Reihe v.l.n.r.: Mario Vahsen, Reinhold Kaldenbach, Günter Esser, Matthias Schmitz, Helmut Kloss, Stefan Schnorr, Thorsten Sommer, Herbert Gilleßen, Alexander Gossen, Olaf Sommer, Wolfgang Frank; 3.Reihe v.l.n.r.: Ralf Naeven, Thomas Muckenheim, Markus Mäntz, Oliver Galka, Gregor Graff, Dieter Gilleßen, Manfred Gilleßen, Christian Gilleßen, Michael Dickmeis; 4.Reihe v.l.n.r.: Siegfried Süßenbach, Thomas Wintz, Ralf Tings, Josef Dickmeis, Thomas Graff, Andre Lentzen;

(es fehlen: Willi Freialdenhoven, Sascha Frank, Thomas Süßenbach)

Korpsfoto anlässlich des 75jährigen Jubiläums (Aufnahme Schützenfest 1999)

Die Jubiläums-Veranstaltungen waren ein voller Erfolg und werden für viele unvergesslich bleiben. Vor allem die Bilder und Filmaufnahmen mit unserem Vorsitzenden Matthias Sevenich haben sich bei uns allen eingeprägt.

Leider war unser Jubiläum das letzte Fest, welches wir gemeinsam mit ihm feiern konnten. Beim Neusser Schützenfest Ende August brach Matthias während unseres Umzugs am Sonntagmorgen plötzlich zusammen. Nur durch das schnelle Eingreifen von Ersthelfern und Notarzt konnte Matthias wiederbelebt werden.

Bei der jährlichen Generalversammlung im November 2000 wurde der Vorstand in seiner bisherigen Besetzung wiedergewählt, da wir noch hofften, dass Matthias den Posten des 1. Vorsitzenden wieder ausüben könne. Leider ließ seine Gesundheit aber weder das Amt des 1. Vorsitzenden noch das weitere Musizieren zu, so dass bei der Versammlung im Jahr 2001 Karl-Heinz Schnorr, bisheriger Geschäftsführer, als Nachfolger von Matthias gewählt wurde. Mit der Wahl Thorsten Sommers zum neuen Geschäftsführer wurde der mit Matthias besprochene Verjüngungsprozess im geschäftsführenden Vorstand begonnen.

 

1.Reihe v.l.n.r.: Lars Rentemeister, Rene Freialdenhoven, Gereon Graff, Wilfried Plum, Hans-Willi Kaldenbach, Martin Frank, Matthias Sevenich, Karl-Heinz Schnorr, Oliver Vahsen, Philipp Gatzen, Fabian Esser, Steffen Amft, Matthias Sewelies, Florian Esser, Christoph Schmitz; 2.Reihe v.l.n.r.: Mario Vahsen, Reinhold Kaldenbach, Günter Esser, Matthias Schmitz, Helmut Kloss, Stefan Schnorr, Thorsten Sommer, Herbert Gilleßen, Alexander Gossen, Olaf Sommer, Wolfgang Frank; 3.Reihe v.l.n.r.: Ralf Naeven, Thomas Muckenheim, Markus Mäntz, Oliver Galka, Gregor Graff, Dieter Gilleßen, Manfred Gilleßen, Christian Gilleßen, Michael Dickmeis; 4.Reihe v.l.n.r.: Siegfried Süßenbach, Thomas Wintz, Ralf Tings, Josef Dickmeis, Thomas Graff, Andre Lentzen;

(es fehlen: Willi Freialdenhoven, Sascha Frank, Thomas Süßenbach)

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